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30.September 2011: Begehung der Streuobstwiese am Sensenberg

mit Hans Joachim Bannier

Rückblick auf "Diemardener Raritäten"

Ein goldener Herbsttag lockte am 30. September rund 30 große und kleine Apfel-Liebhaber aus der gesamten Gemeinde Gleichen nach Diemarden. Eingeladen hatte die Gruppe Natur & Umwelt der Dialogdorf-Initiative Diemarden, um mit dem bekannten Sortenkenner Hans-Joachim Bannier die alte Apfelplantage am Sensenberg einmal genauer unter die Lupe nehmen. Der gebürtige Göttinger hatte die Streuobstwiese bereits vor 20 Jahren zu pachten versucht, um die besonderen und sehr alten Apfelsorten dort zu erhalten. Leider trieb es am Beginn dieses langen Wochenendes viele Menschen auf die Straßen und Herr Bannier stieß - einen langen Stau umfahrend - erst mich reichlicher Verspätung zur Gruppe. Doch das Warten hat sich gelohnt! Wir erfuhren viele Geschichten über die sehr alten Sorten auf diesem schönen Hanggelände am Sensenberg - einige Einwohner Diemardens wussten zu berichten, dass die Streuobstwiese bereits vor dem ersten Weltkrieg existiert hat, also heute über 100 Jahre alt ist!
Der Boden war von einer Herde Rinder bis auf den letzten Fallapfel komplett freigefressen und so sehr gut zu begehen.


Hans Joachim Bannier weiß Vieles über Äpfel

(Weitere Bilder der Apfel-Exkursion finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen!)

Bis in die einsetzende Dunkelheit lernten wir Sorte um Sorte kennen, fühlten, schnupperten und probierten. Ein Apfel schmackhafter als der andere! Und mit wohlklingenden Namen wie Roter Eiserapfel, Prinzenapfel, Jakob Lebel oder Ripston Pepping! Eine Sorte nennt Herr Bannier den 'Diemardener'. Denn obwohl er rund 600 Sorten kennt, dieser Apfel verschweigt hartnäckig seine Herkunft. In den nächsten Wochen werden die 11 benannten alten Sorten noch ein Namensschild erhalten (anstelle der jetzigen Nummer), damit diese Information nicht mehr verloren gehen kann!
Auch Fragen zur Pflege solch alter Bäume und die Probleme der heutigen Apfelzucht auf der Grundlage von nur 5 Sorten wurden angesprochen.
Es war beinahe schon finster, der Mond ging als wunderschöne Sichel auf und noch immer kroch eine letzte Gruppe mit Herrn Bannier durch's Unterholz, um einen letzten wahren Leckerbissen zu finden - mit Erfolg: den Notarisapfel.

Vielen Dank an Pächter Hubert Pieper, der auch gekommen war und die vielen Menschen seine Streuobstwiese erkunden ließ - an den Landwirt, dass wir seine Rinder 'stören' durften - und natürlich an Hans- Joachim Bannier für diesen interessanten, leckeren Freitag Abend!


Diese Apfelsorten haben wir kennengelernt:

1. Baumanns Renette
nicht besonders gut zum Direktverzehr geeignet
guter Kuchenapfel
lagerfähig

2. Roter Eisenapfel
sehr fest
lange lagerfähig (bis zur nächsten Ernte)
ca. 500 Jahre alte Sorte

3. Boskop
hier keine der gängigen "Kultursorten"
säuerlich und sehr saftig
gute Lagerfähigkeit

4. Prinzenapfel
auch Haferapfel/Glockenapfel genannt
Reife: Anfang bis Mitte September

5. Jakob Lebel
schönes Aroma für Apfelmus
lagerfähig bis Weihnachten
entwickelt eine Wachsschicht auf der Schale

6. Harberts Renette
sehr große Früchte
fruchtiger Geschmack

7. Landsberger Renette
säuerlich, sehr saftig
lagerfähig bis Januar

8. "Diemardener"
tatsächlicher Sortenname bisher nicht bekannt
Sommerapfel
Reife: Anfang/Mitte September

9. Ripston Pepping
'Mutter' des Cox Orange
sehr alte Sorte, sehr schmackhaft

10. Finkenwerder Prinz
Abstammung vom Prinzenapfel
gut lagerfähig
sehr widerstandsfähig/anspruchslos

11. Notarisapfel
aus den Niederlanden
sehr große aromatische Früchte

 
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