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21. April 2012:  Wenn der Tag erwacht

Rückschau auf die Diemardener Vogelstimmen-Wanderung am 21. April 2012

Trotz der frühen Stunde und frischen 3°C versammelten sich am Samstagmorgen 22 Vogel-Interessierte an der Diemardener Sporthalle. Ein erstes zartes Rosa am Himmel gen Osten ließ auf einen wunderschönen Morgen hoffen!

Im Dorf ertönten bereits die melodiösen Lieder der (Schwarz)-Amseln, die meist das frühmorgendliche Vogelkonzert dominieren (neben dem einen oder anderen Nachbarhahn). Doch je weiter Gerhard Grigo die Gruppe Garte-abwärts führte, umso vielstimmiger wurde das Gezwitscher.  Besonders aktiv waren an diesem Morgen die Singdrosseln, die ihre vielfältigen sich stets etwa dreimal wiederholenden Strophen von jeder höheren Warte aus erklingen ließen. Kohlmeisen, Rotkehlchen, Zaunkönig und Fitis und andere stimmten nach und nach mit ein.

LauscherAber nicht nur Vogelstimmen konnten an diesem Morgen gelernt werden. Unser fachkundige Begleiter berichtete uns - als studierter Geograph - so einiges über die Formung der Landschaft durch vergangene Eiszeiten , so dass wir das stufenförmig geprägte Tal mit ganz anderen Augen betrachteten.

Entlang des Garte-Radweges verdichtete sich noch einmal der Gesang und es wurde immer schwieriger die kleinen Sänger auseinanderzuhalten. Wir waren doch froh so früh gestartet zu sein, um uns nach und nach mit den verschiedenen Stimmen vertraut zu machen. Und wurde es allzu schwierig, gab es ja immer noch das App "Vogelstimmentrainer" des IPhones :-)!


Auf Höhe der alten Apfelplantage mit dem wertvollen Orchideen-Bestand (manche erinnern sich vielleicht an die Pflanzen Exkursion im vergangenen Jahr) hörten wir einen ganz ungewöhnlichen Ruf. Zuerst gab es die Vermutung, es könne ein Falke sein. Aber aus den Tiefen des Gedächtnisses unseres Experten kam die Eingebung: ein Wendehals! Eine leider inzwischen selten gewordene Spechtart mit rindenfarbenem Gefieder. Der Name Jynx torquilla leitet sich vom lat. torquere ab, was winden, drehen bedeutet und die außerordentlich auffälligen Kopfdrehungen dieser Art beschreibt. Sehen konnten wir diese Rarität aber leider nicht.

Zum Abschluss erklommen wir kurz vor Diemarden den nördlichen Hang, um den Feldlerchen bei ihrem Spiel am Himmel zuzuschauen. Im wunderschönsten Sonnenschein stiegen immer wieder etliche dieser kleinen ‚Himmelspilger‘ empor, um oben schwirrend  lauthals zu singen und plötzlich wie ein Stein gen Erde zu fallen. Da die Lerche beim Ein- und Ausatmen nicht absetzt, kann sie fünf Minuten und länger tönen. Als einziger Vogel singt sie fast ausschließlich im Fluge.

Und noch ein letztes Highlight war uns vergönnt: Ein Rebhuhn-Pärchen eilte, aufgeschreckt durch die ungewohnt große Menschengruppe am frühen Morgen, über den frisch gepflügten Acker. Ein guter Anlass, um schon einmal auf die im September geplante Rebhuhn-Aktion hinzuweisen: Wir werden über das Rebhuhnschutzprogramm in der Region informiert und gehen mit Peilsendern ausgestattet auf die Pirsch nach dem kleinen, in Europa stark gefährdeten Hühnervogel.

Ich habe diesen Morgen in der Natur sehr genossen und keine Sekunde bereut, dass mich mein Wecker um 4.45 Uhr aus dem Bett verscheucht hatte. An dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Dank an Gerhard Grigo!

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Und hier ein Online-Vogeltrainer der 40 wichtigsten einheimischen Singvögel.

Anja Achilles
(Dialogdorf Diemarden)

 
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